Verarbeitungs-hinweise

pdf

Allgemeine Verarbeitungs- und Sicherheitshinweise
-Stand April 2014-

1. Toleranzen

Textilien unterliegen produktionsbedingt gewissen Schwankungen bezüglich Gewicht, Farbe, Breite, „Griff“ und sonstigen Eigenschaften. Deshalb sollen nur gleiche Fertigungschargen gemeinsam verarbeitet werden. Kleinere Flecken, Maschenfehler oder Standreihen sind bei der Produktion unvermeidbar, sie sind textiltypisch und müssen akzeptiert werden.

2. Transport und Lagerung

Um Beschädigungen vorzubeugen (Druckstellen, Stauchungen, usw.) sollten Textilrollen vollflächig liegend transportiert und gelagert werden. Im Lager sollte ganzjährig dieses Klima sein:

Temperatur: 18° C bis 30° C,
                     20° C bis 22° C empfohlen

Luftfeuchtigkeit: 40 % bis 60 % kondensfrei,
                           50 % bis 55 % empfohlen

Zu hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann den Druckvorgang deutlich negativ beeinflussen, besonders bei beschichteten Stoffen.

3. Wasch- und Hitzeschrumpf

Stoffe aus synthetischen Garnen können beim Waschen und Erhitzen schrumpfen. Die Schrumpfwerte variieren je nach Material, Konstruktion und Verfahren (waschen, bedampfen, kalandern). Ein niedriger Schrumpfwert ist ein wichtiger Parameter der Berger-Textilien, deshalb werden diese vorfixiert. Nach der Fixierung ist die Stoff-Dimension festgelegt und bleibt so. Beim Sublimations-Prozess wird erneut erhitzt, wodurch der Stoff in Länge und Breite um circa 1–3 % schrumpfen kann. Dieser Restschrumpf ist unvermeidbar und die Abweichung von 1–3 % liegt innerhalb der normalen textilen Toleranz.

Empfehlung: Bei maß-sensiblen Produkten vor der Konfektionierung spannungsfreie Lagerung für circa 24 Stunden bei circa 50 % Luftfeuchtigkeit.

4. Flammhemmende Stoffe

Flammhemmende Stoffe werden entweder aus flammhemmenden Garnen gefertigt (z.B. TCS) oder flammhemmend ausgerüstet. Prüfungen und Zertifikate gelten für original ausgelieferte Stoffe. Aufgrund der verschiedenen Drucktechniken und Tinten (Transferdruck, Direktdruck, Dispersions-Tinten, UV-härtende Tinten, Lösemittel-Tinten, Latex-Tinten usw.) und der unterschiedlichen Weiterverarbeitungen (fixieren, waschen, konfektionieren, ...) ist es unmöglich, weitergehende Aussagen zur Flammhemmung zu machen.

Empfehlung: Verarbeitete Stoffe, bzw. gefertigte Endprodukte sollten im Zweifelsfall selbst getestet werden.

5. Druck und Fixierung

Der Druckvorgang sollte stets beobachtet werden, um Beschädigungen am Drucker oder Druckkopf zu vermeiden. Berger-Textilien eignen sich grundsätzlich für die angegebenen Druckverfahren. Die Druckergebnisse und die Farbechtheit werden von vielen Faktoren beeinflusst und können generell nicht garantiert werden. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem Druckverfahren, Tinten, Trocknung, Fixierung, Transport, Lagerung, klimatische Bedingungen. Deshalb muss jede neue Kombination, bzw. die Änderung einer einzelnen Komponente vom Anwender getestet werden.

Kalander: Generell sollten Kalander zum Transferdruck oder zur Fixierung von Dispersions-Tinten mit einer Luftabsaug-Anlage ausgestattet sein. Rückstände der Ausrüstungen, der Tinten und der Restfeuchte aus den Textilien oder den Beschichtungen können zum Abdampfen führen. In der Regel werden auf den Sicherheits-Datenblättern der Tinten-Hersteller die möglichen Gefahren und vorbeugenden Maßnahmen genannt. Das Textil darf nicht über 210 °C erhitzt werden, da sonst eine chemische Zersetzung mit gesundheitsgefährdenden oder korrosiv wirkenden Dämpfen auftreten kann.

Verschmutzungen können vermieden werden, wenn der Kalander regelmäßig gereinigt und gewartet wird. Um das Kalander-Vlies sauber zu halten, sollte beidseitig ein ausreichend starkes Schutzpapier mitlaufen und die Fixiertemperatur 195° C nicht überschreiten.

Sublimations-Druck: Beim Drucken mit Sublimations-Farbstoffen kann es auch nach der Fixierung zu einer Migration oder einem Abflecken kommen, hauptsächlich durch unfixierte Tinte. Die richtige Einstellung der Fixierung (Temperatur, Kontaktzeit, Druck, ...), das passende Medienprofil (Temperatur, Tintenauftrag, ...) und nachträgliches Auswaschen können diese Effekte deutlich reduzieren. Die Migration/das Abflecken kann nicht durch das Material beeinflusst werden und muss deshalb für jede Kombination getestet werden.

6. Nachträgliche Zuschnitte (Abstechen)

Das nachträgliche Zuschneiden/Abstechen von Breitware (z.B. 320 cm in 2 × 160 cm) erfolgt auf Wunsch des Kunden gegen Berechnung und auf sein Risiko. Geschnitten wird die fertige Rolle, der Schnitt kann bis zu 1,5 cm in jede Richtung schwanken. Durch den nachträglichen Schnitt kann die Kante wellig erscheinen. Deshalb sollte nicht bis zum Rand gedruckt werden, weil dieser anschließend eventuell geschnitten oder umgenäht werden muss. Geschnittene Ware ist von einer Reklamation ausgeschlossen.

7. Haltbarkeit im Außenbereich

Mit "outdoor" gekennzeichnete Textilien können generell kurzfristig im Außenbereich eingesetzt werden. Eine Haltbarkeits-Garantie kann nicht gegeben werden, aufgrund unterschiedlicher Wetter- und Umwelteinflüsse.

8. Eigentests

Die hier aufgeführten Informationen basieren auf Erfahrungen, Tests und praktischen Anwendungen. Aufgrund der Vielzahl möglicher Einflüsse sind Eigentests unerlässlich. Eine rechtlich verbindliche Zusicherung bestimmter Eigenschaften der Berger-Produkte kann aus den oben genannten Angaben nicht abgeleitet werden.